Begriffe & Erklärungen

Inklusion

Kurz erklärt:
Inklusion bedeutet, dass alle Menschen unabhängig von ihren individuellen Merkmalen, Fähigkeiten oder ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können und bestehende Strukturen so gestaltet werden, dass unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt werden.

Woher kommt der Begriff?
Das Wort „Inklusion“ leitet sich vom lateinischen „includere“ ab, was „einschließen“ oder „einbeziehen“ bedeutet. Der Begriff beschreibt sinngemäß die Einbeziehung aller Menschen in gesellschaftliche Bereiche und Strukturen. Im heutigen Gebrauch wird Inklusion insbesondere im Zusammenhang mit der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedürfnissen verwendet.

Was beschreibt der Begriff?
Inklusion beschreibt einen gesellschaftlichen Prozess, bei dem alle Menschen unabhängig von beispielsweise Behinderung, Herkunft, Geschlecht, Alter, Religion oder sozialer Herkunft gleichberechtigt an gesellschaftlichen Bereichen teilhaben können. Dabei sollen nicht die Menschen an bestehende Strukturen angepasst werden, sondern die Strukturen so gestaltet werden, dass unterschiedliche Voraussetzungen und Bedürfnisse berücksichtigt werden. Inklusion betrifft beispielsweise die Bereiche Bildung, Arbeit, Wohnen, Freizeit und politische Beteiligung und zielt darauf ab, Barrieren abzubauen und gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen.

Separation

Kurz erklärt:
Separation bedeutet, dass Menschen oder Gruppen voneinander getrennt und in unterschiedlichen Einrichtungen, Gruppen oder gesellschaftlichen Bereichen untergebracht oder organisiert sind.

Woher kommt der Begriff?
Das Wort „Separation“ stammt vom lateinischen „separare“ und bedeutet „trennen“, „absondern“ oder „scheiden“. Der Begriff bezeichnet allgemein die räumliche, soziale oder institutionelle Trennung von Menschen oder Gruppen.

Was beschreibt der Begriff?
Separation beschreibt einen gesellschaftlichen Prozess, bei dem Menschen aufgrund bestimmter Merkmale, Bedürfnisse oder Zugehörigkeiten von anderen Gruppen getrennt werden. Die betroffenen Menschen betreiben dabei häufig eigene Einrichtungen oder Strukturen, anstatt gemeinsam mit anderen an denselben gesellschaftlichen Bereichen teilzunehmen. Ein Beispiel hierfür ist die getrennte Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung in unterschiedlichen Einrichtungen bis hin zu Privatschulen und Internaten. Separation kann dazu führen, dass gesellschaftliche Gruppen weniger miteinander in Kontakt kommen und bestehende Unterschiede oder Ausgrenzungen verstärkt werden.

Integration

Kurz erklärt:
Integration bedeutet, dass Menschen oder Gruppen, die bisher ausgeschlossen waren, in eine bestehende gesellschaftliche Gruppe oder Struktur aufgenommen werden und dort teilhaben können.

Woher kommt der Begriff?
Das Wort „Integration“ stammt vom lateinischen „integrare“ und bedeutet „wiederherstellen“, „ergänzen“ oder „zu einem Ganzen machen“. Der Begriff wird im heutigen Sprachgebrauch verwendet, um die Eingliederung oder Aufnahme von Menschen oder Gruppen in eine bestehende Gemeinschaft oder gesellschaftliche Struktur zu beschreiben.

Was beschreibt der Begriff?
Integration beschreibt einen Prozess, bei dem Menschen oder Gruppen in bereits bestehende gesellschaftliche Strukturen aufgenommen werden. Dabei bleiben die vorhandenen Strukturen grundsätzlich bestehen, während sich die aufzunehmenden Personen oder Gruppen teilweise oder ganz an diese anpassen müssen. Integration kann beispielsweise die Aufnahme von Menschen mit Behinderung in eine Regelschule oder die Eingliederung von Menschen mit Migrationsgeschichte in gesellschaftliche Bereiche beschreiben. Im Unterschied zur Inklusion liegt der Schwerpunkt dabei stärker auf der Eingliederung in bestehende Strukturen.

Exklusion

Kurz erklärt:
Exklusion bedeutet, dass Menschen oder Gruppen von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen werden und keinen oder nur einen stark eingeschränkten Zugang zu bestimmten gesellschaftlichen Bereichen und Ressourcen haben.

Woher kommt der Begriff?
Das Wort „Exklusion“ stammt vom lateinischen „excludere“ und bedeutet „ausschließen“, „zurückweisen“ oder „hinausdrängen“. Der Begriff beschreibt sinngemäß den Ausschluss von Menschen oder Gruppen aus einem bestimmten gesellschaftlichen Bereich oder aus gesellschaftlicher Teilhabe.

Was beschreibt der Begriff?
Exklusion beschreibt einen gesellschaftlichen Prozess, bei dem Menschen oder Gruppen von bestimmten gesellschaftlichen Bereichen, Einrichtungen oder Möglichkeiten ausgeschlossen werden. Dies kann beispielsweise den Zugang zu Bildung, Arbeit, Wohnraum, politischer Beteiligung oder anderen Formen gesellschaftlicher Teilhabe betreffen. Exklusion kann aufgrund von Vorurteilen, Diskriminierung, sozialen Ungleichheiten oder institutionellen und gesellschaftlichen Strukturen entstehen. Sie stellt im Gegensatz zur Inklusion die stärkste Form des Ausschlusses dar, da eine gleichberechtigte Teilhabe nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich ist.

Diskriminierung

Kurz erklärt:
Diskriminierung bedeutet, dass Menschen aufgrund bestimmter zugeschriebener Merkmale oder ihrer Zugehörigkeit zu einer Gruppe benachteiligt, ausgeschlossen oder schlechter behandelt werden.

Woher kommt der Begriff?
Das Wort stammt vom lateinischen „discriminare“ und bedeutet „unterscheiden“, „trennen“ oder „absondern“. Im heutigen Gebrauch bezeichnet Diskriminierung jedoch nicht jede Form der Unterscheidung, sondern eine ungerechtfertigte Benachteiligung oder Schlechterbehandlung von Menschen aufgrund bestimmter Merkmale.

Was beschreibt der Begriff?
Diskriminierung beschreibt einen Prozess, bei dem Menschen aufgrund zugeschriebener Merkmale oder ihrer Zugehörigkeit zu einer Gruppe benachteiligt, ausgeschlossen und / oder schlechter behandelt werden. Zu solchen Merkmalen können beispielsweise Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe, Alter, Behinderung, Religion oder sexuelle Orientierung gehören. Diskriminierung kann bewusst oder unbewusst erfolgen und sowohl durch einzelne Personen als auch durch Regeln, Strukturen oder gesellschaftliche Praktiken entstehen. Sie kann sich unter anderem in Form von schlechterer Behandlung, eingeschränkten Möglichkeiten, Ausgrenzung oder Benachteiligung zeigen.

Stigmatisierung

Kurz erklärt:
Stigmatisierung bedeutet, dass Menschen aufgrund bestimmter Merkmale, Eigenschaften oder Lebenssituationen mit negativen Vorstellungen oder Vorurteilen verbunden und dadurch abgewertet oder ausgegrenzt werden.

Woher kommt der Begriff?
Das Wort leitet sich vom griechischen „stígma“ ab, was „Stich“ oder „Brandmal“ bedeutet. In der Antike bezeichnete ein Stigma ein sichtbares Zeichen, mit dem Menschen beispielsweise als gesellschaftlich ausgegrenzt oder abgewertet gekennzeichnet werden konnten. Heute wird der Begriff übertragen verwendet und beschreibt eine gesellschaftliche Zuschreibung, durch die Menschen mit bestimmten negativen Eigenschaften oder Vorstellungen verbunden werden.

Was beschreibt der Begriff?
Stigmatisierung beschreibt einen gesellschaftlichen Prozess, bei dem Menschen aufgrund bestimmter Merkmale, Eigenschaften, Lebenssituationen oder Zugehörigkeiten mit negativen Vorstellungen, Eigenschaften oder Vorurteilen verbunden und dadurch abgewertet oder ausgegrenzt werden. Dies kann zu sozialer Benachteiligung führen und sich sowohl in der Sprache und in gesellschaftlichen Vorstellungen als auch im Verhalten gegenüber den betroffenen Menschen wiederfinden.

Marginalisierung

Kurz erklärt:
Marginalisierung bedeutet, dass Menschen oder Gruppen gesellschaftlich an den Rand gedrängt werden und dadurch weniger Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe, weniger Einfluss oder einen eingeschränkten Zugang zu Ressourcen haben.

Woher kommt der Begriff?
Das Wort leitet sich vom lateinischen „margo“ ab, was „Rand“ bedeutet. „Marginalisierung“ bezeichnet somit sinngemäß das „an den Rand drängen“ von Menschen oder Gruppen.

Was beschreibt der Begriff?
Marginalisierung beschreibt einen gesellschaftlichen Prozess, durch den Menschen oder Gruppen an den Rand einer Gesellschaft gedrängt und dadurch ausgegrenzt oder benachteiligt werden. Dies kann dazu führen, dass sie weniger Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe, Ressourcen, Einfluss oder Möglichkeiten haben, beispielsweise in den Bereichen Bildung, Arbeit, Wohnraum oder politische Beteiligung. Marginalisierung kann durch gesellschaftliche Strukturen, Institutionen, Vorurteile oder diskriminierende Einstellungen und Praktiken entstehen.

Intersektionalität

Kurz erklärt:
Intersektionalität bedeutet, dass unterschiedliche gesellschaftliche Zuschreibungen, Zugehörigkeiten und Formen von Benachteiligung zusammenwirken und die Lebensrealität eines Menschen gemeinsam beeinflussen können.

Woher kommt der Begriff?
Das Wort kommt vom englischen „intersectionality“. „Intersection“ bedeutet auf Deutsch „Kreuzung“ oder „Überschneidung“. Gemeint ist damit, dass sich verschiedene Formen von Benachteiligung und gesellschaftliche Machtverhältnisse überschneiden und gegenseitig beeinflussen können. Der Begriff „Intersectionality“ wurde 1989 maßgeblich von der US-amerikanischen Juristin und Wissenschaftlerin Kimberlé Crenshaw geprägt. Sie zeigte auf, dass verschiedene Formen von Diskriminierung nicht immer getrennt voneinander betrachtet werden können und dadurch spezifische Erfahrungen von Benachteiligung entstehen können.

Was beschreibt der Begriff?
Intersektionalität beschreibt das Zusammenwirken verschiedener gesellschaftlicher Zuschreibungen, Zugehörigkeiten und Machtverhältnisse, durch die Menschen gleichzeitig unterschiedliche Benachteiligungen erfahren können. Dazu können beispielsweise Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe, Behinderung, Alter, soziale Herkunft, sexuelle Orientierung oder Religion gehören. Dabei werden verschiedene Diskriminierungserfahrungen nicht einfach addiert. Vielmehr können sie sich überschneiden und miteinander verbinden, sodass eine besondere Situation der Benachteiligung entstehen kann und sie sich gegenseitig verstärken. Eine Person kann beispielsweise gleichzeitig aufgrund ihres Geschlechts und ihrer Herkunft komplett individuelle Benachteiligungen erfahren.